Mein Gott, was ist das für eine Welt, in der wir leben??? Und wo bleibt die Gerechtigkeit? Wir dürfen soetwas nicht ignorieren und zulassen!! Mit freundlicher Genehmigung ( http://www.soylent-weiss.de ) Neues tierversuchsfreies Modell für Nach
der neuen EU-Kosmetikverordnung dürfen ab dem Jahr 2009 in Europa keine
kosmetischen Mittel mehr vermarktet werden, deren Inhaltsstoffe in
Tierversuchen getestet wurden. Eine Ausnahmeregelung bis zum Jahr 2013
gibt es für drei Tests, für die bis 2009 voraussichtlich keine
Alternativmethoden zur Verfügung stehen werden. Auch die
sicherheitstoxikologischen Basisinformationen von Chemikalien mit
geringem Produktionsvolumen sollen (gemäß Weißbuch zur
EU-Chemikalienpolitik) in Zukunft tierversuchsfrei ermittelt werden.
Diese politischen Entscheidungen sind nicht nur als große Erfolge für
den Tierschutz zu werten, sie stellen auch hohe Anforderungen an alle
an der Entwicklung und Validierung tierversuchsfreier
Alternativmethoden beteiligten Wissenschaftler. Ein
erfolgversprechendes neues tierversuchsfreies Modell wurde jüngst im
Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin vorgestellt. Es könnte die
Aussagekraft vorhandener Testsysteme deutlich erhöhen oder diese sogar
ersetzen. Das neue In-vitro-Modell soll zur Abschätzung des
augenreizenden Potentials von chemischen Stoffen eingesetzt werden. Ob
ein Stoff das Auge reizt oder schädigt, gehört neben Aussagen zur
akuten Giftigkeit und zum kontaktallergenen Potential, zu den wichtigen
toxikologischen Grundinformationen, die vorliegen müssen, wenn ein
Stoff, z.B. in Kosmetika, eingesetzt werden soll. Informationen zum
augenreizenden Potential werden bis heute aufgrund gängiger Bundes- und
EU-Gesetze noch immer durch den für das Versuchstier stark belastenden
„Draize-Test“ am Kaninchenauge durchgeführt. Die in der Europäischen
Union derzeit – erst nach Jahren – anerkannten
Ersatzmethoden zum Draize-Test (bebrütetes Hühnerei, Kornea (Hornhaut)
des Rinderauges, isoliertes Hühnerauge und isoliertes Kaninchenauge)
ermöglichen laut Forschung nur eine Aussage über das stark
augenreizende Potential von Stoffen. Kleinere (aber unter Umständen
dauerhafte) Hornhaut-Schäden beispielsweise können mit diesen Tests
nicht vorhergesagt werden. Das liegt daran, dass es sich, mit Ausnahme
des bebrüteten Hühnereis, nicht um lebendes Gewebe handelt und dass
keiner der Tests organspezifisch ist. Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung BfR
Erprobung chemischer Stoffe vorgestellt
Das jetzt im BfR
vorgestellte humane Hornhaut-Modell erfüllt beide Kriterien; ihm liegen
hierbei lebende, menschliche korneale Zelllinien zugrunde; Erarbeitet
wurde das Modell von Wissenschaftlern des Instituts für Biophysik der
Universität Bremen mit Forschungsmitteln der Zentralstelle zur
Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum
Tierversuch (ZEBET). In nur einem Jahr ist es den Wissenschaftlern
Maria Engelke, Jens Patzke, Svitlana Tykhonova und Michaela Zorn-Kruppa
gelungen, ein menschliches dreidimensionales In-vitro-Modell der Kornea
des Auges zu rekonstruieren. Es besteht aus einem mehrschichtigen
Kornea-Epithel, einem einschichtigen Endothel sowie einer
Kollagenmatrix mit eingelagerten Keratozyten. Ob das Modell geeignet
ist, die Vorhersagekraft der vorhandenen Alternativmethoden zu erhöhen
oder ob es diese längerfristig sogar ersetzen kann, wird die
Validierung zeigen.